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Wann ist der Dienstleister ein Auftragsverarbeiter nach DSGVO?

Ist Ihr Dienstleister tatsächlich ein Auftragsverarbeiter im Sinne der EU Datenschutzgrundverordnung? Sehr schnell tendiert man dazu jedem den Titel Auftragsverarbeiter anzuhängen, der auch nur annähernd in die Nähe von personenbezogenen Daten kommt.

Es gibt viele Diskussionen zum Thema. Ist zum Beispiel Google schon ein Auftragsverarbeiter, wenn dort die IP-Adresse erfasst wird? Um die Frage fachlich fundiert zu beantworten, bin ich auf eine sehr gute Dokumentation der Bitkom gestoßen. Es wird dort auf 43 Seiten sehr detailliert über die Auftragsverarbeiter bzw. Auftragsdatenverarbeiter (wie sie vorher hießen) informiert.

Die wesentlichen Informationen, extrahiert und zusammengefasst, möchte ich hier anbieten. Ich bin mir sicher, dass diese Informationen viel viele Leser genauso hilfreich sind, wie sie für mich waren.

 

Was sind die Alternativen zur Auftragsverarbeitung?

Wie schon oben erwähnt, ist es nicht immer eine Auftragsverarbeitung, wenn Daten nicht allein von der verantwortlichen Stelle verarbeitet werden. Es gibt hier drei Möglichkeiten:

  • Auftragsverarbeiter
  • Joint Controllership (Gemeinsame Verantwortliche)
  • Übermittlung (Funktionsübertragung)

Jede dieser drei Optionen hat rechtlich andere Parameter, die berücksichtigt werden müssen.

Diese drei Fälle richtig auseinander zu halten, ist die Kunst. Ich finde es auch nicht ganz trivial, aber mit den Hinweisen der Bitkom, ist es etwas einfacher.

 

Auftragsverarbeitung

Wenn Sie einen Auftragsverarbeiter beauftragen legen Sie die Zwecke und Mittel der Datenverarbeitung fest. Sie sind verantwortlich für die Daten dem Betroffenen gegenüber.

Auch der Auftragsverarbeiter hat eine Unterstützungsfunktion, wenn der Verantwortliche seinen Verpflichtungen nicht alleine nachkommen kann oder will. Der Auftragsverarbeiter muss dann den Verantwortlichen bei der Erfüllung der Anfragen und Ansprüche des Betroffenen unterstützen.

Es deutet auf eine Auftragsverarbeitung hin, wenn der Auftragnehmer:

  • keine Entscheidungsbefugnis über die Daten hat
  • keinen eigenen Geschäftszweck verfolgt bezüglich der personenbezogenen Daten
  • einem Nutzungsverbot der zu verarbeitenden Daten unterliegt
  • in keiner vertraglichen Beziehung zu den Betroffenen steht, die er verarbeitet
  • und nach außen hin der Auftraggeber für die Datenverarbeitung verantwortlich ist

 

Beispiele für die Auftragsverarbeitung

  • Outsourcing eines Rechenzentrums
  • Externe Datenhaltung
  • Cloud Systeme  zur Personal- und Kundenverwaltung
  • externe Druckdienstleister
  • Aktenvernichtung, Vernichtung von Datenträgern
  • Marketingagenturen, die auch die Auswertung der Webseitenanalyse durchführen

 

Wann ist ein Dienstleister kein Auftragsverarbeiter

Ich muss gestehen, ich ging bisher auch immer davon aus, dass ein IT-Dienstleister, der sich um den Support und die Wartung der Systeme kümmert ein Auftragsverarbeiter ist. Sofern es sich bei der Dienstleistung um keine Datenverarbeitung handelt, sondern nur um den Support, ist es keine Auftragsverarbeitung. Die Besonderheit ist, dass der Auftragnehmer die Daten des Auftraggebers nicht planmäßig verarbeitet oder nutzt.

Natürlich ist klar, dass im Rahmen der Support- und Wartungsarbeiten der Dienstleister gegebenenfalls auch Kenntnis von personenbezogenen Daten erhalten kann. Wichtig sind daher zwei Punkte:

  • der Verantwortliche muss sicherstellen, dass die Daten adäquat geschützt sind
  • eine Verschwiegenheitsvereinbarung sollte abgeschlossen werden

Damit gibt die BitKom auch eine Beispielliste heraus, wer kein Auftragsverarbeiter ist:

  • Installation und Wartung von Netzwerken, Hardware (auch Telefonanlage)
  • Pflege von Software
  • Programmentwicklung und -tests

auch wenn dabei eine Kenntnis von personenbezogenen Daten nicht ausgeschlossen werden kann.

Zudem handelt es sich nicht um einen Auftragsverarbeiter, wenn

  • die Dienstleistung in Gesetzen geregelt ist (Postdienstleistungen, Steuerberater…)
  • ausgelagerte Tätigkeiten, deren Kernaufgabe nicht die Verarbeitung von personenbezogenen Daten darstellt, trotzdem aber der Umgang mit personenbezogenen Daten nötig ist (Wachdienst, Reinigungsdienstleistung…)

Joint Controllership – Gemeinsame Verantwortliche

Die DSGVO ermöglicht neben der alleinigen Verantwortung für ein Verfahren ein arbeitsteiliges Zusammenwirken. Dabei können „zwei oder mehr Verantwortlich“ gemeinsam die Verantwortung für die Verarbeitung personenbezogener Daten übernehmen.

Damit haben also alle verantwortlichen Stellen die Entscheidung über Zwecke und Mittel der Verarbeitung. Im Gegensatz zum Auftragsverarbeiter, bei dem keine Entscheidungsbefugnis über die Zwecke und Mittel der Verarbeitung vorliegt.

Bei der Entscheidungsbefugnis geht es nicht um untergeordnete Entscheidungen, welche Verschlüsselung eingesetzt wird oder wie die Akten entsorgt werden. Die Schutzmöglichkeiten nach dem aktuellen Stand der Technik wählt natürlich der Auftragsverarbeiter frei. Die erwähnte Entscheidungsbefugnis bezieht sich auf die Zwecke und Mittel der Verarbeitung allgemein.

Interessant fand ich den Hinweis, dass maßgeblich ein faktisches Verhalten entscheidend ist, ob es sich um gemeinsame Verantwortliche handelt. Nicht der gemeinsame Wille regelt die Joint Controllership, sondern eben das Verhalten, also wie es tatsächlich gelebt wird.

 

Umsetzung der gemeinsamen Verantwortung

Es ist zwar kein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nötig, trotzdem müssen ein paar Punkte dokumentiert werden.

  • Welcher der Partner hat welche Pflichten nach der DSGVO
  • Wer übernimmt die Wahrung welcher Betroffenenrechte
  • Welcher der Partner übernimmt die Informationspflicht

Beispiele für Joint Controllership

  • Steuerberater
  • Rechtsanwalt
  • Wirtschaftsprüfer

Übermittlung (Funktionsübertragung)

  • Die Datenverarbeitung personenbezogener Daten spielt eine untergeordnete Rolle
  • Der Auftragnehmer hat nur eine unterstützende Funktion, indem er dem Auftraggeber in einer oder mehreren Phasen der Verarbeitung unterstütz.
  • Der Dienstleister ist quasi der „verlängerte Arm“ des Auftraggebers.
  • Es wird keine Aufgabe in ihrer Vollständigkeit, sondern lediglich ihre technische Ausführung übertragen.

Beispiele für Funktionsübertragung

  • Ausgelagerte Finanzbuchhaltung
  • Gehaltsabrechnung durch den Steuerberater

 

Wie schon oben erwähnt stammt die Information dieses Beitrags aus einem Leitfaden der Biktom. Ich habe hier die Inhalte kompakt zusammen gefasst. Der gesamte Leitfaden ist hier zu finden: Quelle: Bitkom

Wann ist der Dienstleister ein Auftragsverarbeiter nach DSGVO?
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Bei welchen Dienstleistern sind Sie unsicher, ob es sich um einen Auftragsverarbeiter handelt?

Ich freue mich über einen Kommentar!

5 Gründe, warum Sie die DSGVO gut meistern werden

5 Gründe, warum Sie die DSGVO gut meistern werdenJetzt muss ich mal eine Lanze brechen für alle, die sich so viele Gedanken um die bevorstehende DSGVO machen. In vielen digitalen Foren und bei Präsenzveranstaltungen führt das Thema Datenschutzgrundverordnung immer wieder zum selben Ergebnis. PANIK! Jeder Unternehmer, vom Solopreneur bis zum Großunternehmer, jeder IT- und HR-Verantwortliche stellt sich die Frage, ob er der neuen Datenschutzgrundverordnung am 25.5.2018 gewachsen ist.

Seit Monaten dreht sich mein Arbeitsalltag um kaum ein anderes Thema als die DSGVO. Ich bereite meine Kunden auf das neue Gesetz vor und helfe bei Online Unternehmern und in Foren mit Praxistipps rund um die DSGVO und das neue Bundesdatenschutzgesetz (welches übrigens mit dem ganzen DSGVO Hype meistens vergessen wird).

Was fällt mir dabei auf und warum ich der Meinung bin, dass Sie die DSGVO problemlos meistern werden?

 

Darum werden Sie die DSGVO meistern

1.Sie überlegen sich sehr detailliert, was in Ihrem Verfahrensverzeichnis stehen muss

Die Fragen zum Verfahrensverzeichnis überraschen mich sehr oft. Sie gehen fachlich sehr, sehr tief. Das allein spricht für Sie, dass Sie sich unglaublich viel Gedanken machen. Aus meiner Sicht manchmal vielleicht sogar zu viel. Klar soll das Verfahrensverzeichnis eine Übersicht über alle Verfahren in Ihrem (kleinen oder größeren) Unternehmen listen. An welchen Stellen verarbeiten Sie personenbezogene Daten? Aber was soll es nicht werden? Es soll keine zusätzliche Dokumentation von IT-Systemen werden.

 

Ziel des Verfahrensverzeichnisses

Beim Datenschutz handelt es sich um ein Verbot mit Erlaubnisvorbehalt. Das heißt, alles ist erst mal verboten, bis es explizit erlaubt ist. An dieser Stelle greift nun das Verfahrensverzeichnis.

Hier beschreiben Sie, warum Ihre Verfahren legal sind und unter welchen Aspekten der Betrieb des Verfahrens statt findet. Daher ist es so wichtig, dass Sie den Zweck gut beschreiben. Warum führen Sie ein bestimmtes Verfahren durch? Schreiben Sie zum Beispiel beim Newsletterversand nicht einfach „Newsletterversand“. Begründen Sie indes den Zweck Ihrer Mailings. WARUM machen Sie das? Weil Sie über aktuelle Angebote informieren und damit die Konversion erhöhen möchten oder weil Sie die Zugriffe auf Ihre Webseite / Ihren Blog erhöhen möchten? Dieser Grund muss gut beschrieben und schlüssig sein. Zudem beschreiben Sie im Verzeichnis noch, welche Daten von welcher Personengruppe erhoben bzw. verarbeitet werden.

 

Keine IT-Dokumentation

Nutzen Sie, wie beim Newsletterversand, einen externen Dienst? Dann ist es Aufgabe des Dienstleisters, im Vertrag die technischen Maßnahmen zu beschreiben.
Artikel 30 der DSGVO fordert für das Verfahrensverzeichnis eine „wenn möglich, allgemeine Beschreibung der techn. und organisatorischen Schutzmaßnahmen (TOMs)“.

Weniger ist manchmal – und speziell in diesem Fall – mehr!

 

2. Sie wissen, was eine Auftragsdatenverarbeitung ist und dass diese vertraglich geregelt werden muss

Im Rahmen Ihrer Erstellung des Verfahrensverzeichnisses haben Sie verschiedene Dienstleister identifiziert. Sie nutzen deren Services. Die Dienstleister verarbeiten also Daten für Sie im Auftrag. Daher sind es sogenannte Auftragsverarbeiter oder Auftragsdatenverarbeiter.

Sie müssen mit den Dienstleistern eine ADV (oder AV) abschließen – das wissen Sie bereits. Aber auch hier ist der Hauptaufwand auf Seiten des Dienstleisters. Er muss in diesem Vertrag beschreiben, wie das System geschützt ist. In der Regel haben die großen Dienstleister dafür Standardverträge, die Sie Ihnen zukommen lassen.

Ihre Aufgabe ist es, den Auftragsverarbeiter zu kontaktieren und nach einer ADV zu fragen. Behalten Sie die Übersicht, dass Sie von jedem Dienstleister einen unterzeichneten Vertrag erhalten haben!

 

3. Sie haben Ihre Onlinepräsenz im Blick

Ihr Aushängeschild in die ganze Welt und für viele die Plattform für das eigentliche Business. Egal ob Blog, Onlineshop oder Portal, es ist die zentrale Stelle, mit der Sie Geld verdienen. Funktionalität, Usability und aber natürlich auch die Anforderungen des Datenschutzes müssen passen.

Viele Fragen über den konformen Einsatz von Plugins und Widgets werden diskutiert. Achten Sie darauf, dass Sie Plugins von Anbietern verwenden, die transparent darstellen, was mit den Daten passiert. Prüfen Sie, ob sich der Software Hersteller dazu äußert, dass die Funktionen DSGVO bzw. GDPR konform sind.

Betreiben Sie Ihre Webseite nur mit einem SSL-Zertifikat. Aber natürlich ist es auch wichtig, dass Sie Ihre Datenschutzerklärung der Webseite aktualisieren und den neuen Anforderungen anpassen.

Sie sind sensibilisiert und achten darauf, welche Software Sie verwenden und welche Dienste Sie heranziehen. Im Zweifelsfall nachfragen und auch direkt den Anbieter kontaktieren. Damit decken Sie schon einen Großteil der Anforderungen ab.

 

4. Sie investieren Zeit, recherchieren und machen…

… und sind damit definitiv weiter als immer noch viele andere Unternehmen. Ob Sie’s glauben oder nicht. Es gibt immer noch Unternehmer, die noch nicht mal mitbekommen haben, dass sich am 25.05.18 ein paar gravierende Änderungen durchsetzen werden.

Denken Sie an sich! Was haben Sie schon alles gemacht, welche Vorbereitungen haben Sie getroffen. Vergleichen Sie einen Großkonzern nicht mit einem Kleinunternehmen. Machen Sie das, was für Ihre Unternehmensgröße angemessen ist. Machen Sie es gut, hohlen Sie sich Input, aber lassen Sie auch die Kirche im Dorf.

Natürlich bin ich kein Anwalt und Richter und weiß nicht, wie die Urteile fallen werden. Trotzdem habe ich schon viele Auditsituationen in über 10 Jahren Berufserfahrung mitgemacht. Wenn der Auditor etwas finden möchte, wird er immer etwas finden. Das Gesetz ist streng, hat aber auch seine weichen Faktoren. Gerade wie schon oben erwähnt im Punkt Verfahrensverzeichnis. „Wenn möglich, eine allg. Beschreibung….“.

Ich möchte Ihnen Mut und Zuversicht geben! Mit Panik und schlaflosen Nächten ist auch niemanden geholfen 🙂

Und übrigens, der 25.05.2018 ist auch nur ein Freitag 😀

Angst ist ein guter Verkäufer

So sehr es mich auch ärgert, aber die Realität ist leider so. Sehr viele Unternehmen schüren Ängste und machen Panik mit hohen Strafen der DSGVO.

Ich bin davon überzeugt, dass Sie keine Angst vor der DSGVO haben müssen!

Also, lassen Sie sich nicht verunsichern!

 

5. Sie haben die Datenbeschützerin für Fragen an Ihrer Seite

Und natürlich ein unschlagbarer Punkt: Greifen Sie auf meine Erfahrung und Dienstleistung zurück. Schreiben Sie Ihre Fragen als Kommentar zum Artikel oder auf meiner Facebook Seite. Gerne unterstütze ich Sie bei der Umsetzung der DSGVO Anforderungen.

Da ich Ihnen Ihre vielen Fragen und Bedenken soweit wie möglich abnehmen möchte, biete ich für Sie ein exklusives live Webinar zur DSGVO Praxis an. Wenn Sie kompakt und praxisnah die wesentlichen Anforderungen der DSGVO erhalten möchten, melden Sie sich unbedingt an.

Kostenloses live Webinar zur DSGVO Praxis

Schwerpunkt wird die Erstellung des Verfahrensverzeichnisses sein. Sie erhalten meine Tipps und Hilfen zum Ausfüllen des gesetzlich geforderten Verfahrensverzeichnisses. Natürlich gehe ich noch auf weitere wichtige Punkte der DSGVO ein.

Termine und Anmeldung zum Webinar finden Sie hier:

Webinar Praxistipps DSGVO

Verraten Sie mir, was Sie besonders interessieren würde.

Schreiben Sie Ihre Fragen, die ich im Webinar beantworten soll doch in einen Kommentar. Ich versuche, so viel wie möglich im Webinar zu beantworten.

 

Datenschutz Verfahrensverzeichnis nach DSGVO

Ein Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten hört sich kompliziert an. Wer braucht es? Wie muss es erstellt werden? Was gehört alles hinein?

Fragen über Fragen. Mit diesem Beitrag möchte ich Ihnen eine einfache Anleitung geben, wie Sie dieses vermeintliche komplexe Gebilde doch relativ einfach umsetzen können.

 

Was ist überhaupt ein Verfahrensverzeichnis?

Der Name im Gesetz lautet „Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten“. Unter den Verarbeitungstätigkeiten im Sinne des Datenschutzes versteht man alle Vorgänge im Unternehmen, die personenbezogene Daten verarbeiten. Also einfach gesagt, wo überall kommen Sie, Ihre Kollegen oder Ihre Mitarbeiter mit Informationen in Kontakt, bei denen reale Personen dahinter stehen? Das ist auf jeden Fall die Lohnabrechnung, die Mitarbeiterverwaltung, aber auch zum Beispiel ein Einzelverbindungsnachweis der Telefonie. Sind Ihre Kunden Endverbraucher, dann haben Sie wahrscheinlich deren Adressen, E-mail Kontakte, Zahlungsdaten, Einkaufsverhalten und noch vieles mehr.

Im Verfahrensverzeichnis listen Sie nun alle „Verfahren“ auf, bei denen Sie diese Daten erfassen oder verarbeiten.

Je nach Unternehmen ist diese Liste unterschiedlich lang. Es macht einen Unterschied, ob Sie Solopreneur sind oder das Verfahrensverzeichnis für ein Großunternehmen erstellen. Sind Ihre Kunden Businesskunden oder Endverbraucher? Bei Businesskunden fallen einige Verfahren weg, da ein Geschäftskunde ja nur teilweise personenbezogene Daten im Geschäftsverkehr preisgibt.

 

Wer braucht ein Verfahrensverzeichnis?

Da gibt’s (fast) keine Ausnahme. Jedes Unternehmen, bzw. jeder Unternehmer und Selbständige ist dafür verantwortlich eine Verfahrensübersicht zu führen. Es gibt zwar theoretisch die Ausnahme im Artikel 30 der DSGVO. Nur ab 250 Mitarbeitern im Unternehmen muss ein Verfahrensverzeichnis erstellt werden, so Absatz 5. Liest man ihn aber zu Ende, hebt er sich selber wieder auf. Wenn nämlich eine Verarbeitung nicht nur gelegentlich durchgeführt wird, muss sie ins Verfahrensverzeichnis.

Unabhängig davon, ob Sie einen Datenschutzbeauftragten haben / brauchen oder nicht. Das Verzeichnis benötigen Sie immer. Außer wie gerade erwähnt, sie verarbeiten nur „gelegentlich“.

Wobei nebenbei gesagt, diese Forderung an ein Verfahrensverzeichnis ist nicht neu. Die besteht auch bisher schon. Das ist nichts, was mit der DSGVO kam. Wenn Sie auch bisher ein funktionierendes Datenschutz System in Ihrem Unternehmen etabliert haben, wird Sie diese Forderung nicht überraschen.

 

Wer erstellt das Verfahrensverzeichnis?

Auf Anregung im Kommentar füge ich gerne noch den Punkt hinzu. Wer ist denn verantwortlich für die Erstellung des Verfahrensverzeichnisses? Das ist wie so oft der Verantwortliche für die Datenverarbeitung und das ist der Unternehmer bzw. Geschäftsführer. Also wie das Gesetz es nennt „die verantwortliche Stelle“.

Wer „macht“ die Arbeit in der Praxis ist dann wieder eine andere Sache. Als Datenschutzbeauftragter übernehme ich für „meine“ Unternehmen die Koordination der Erstellung und leiste Hilfe bei der Erstellung. Anschließend gibt es aber auf jeden Fall ein Review mit der Geschäftsführung, da die ja die verantwortliche Stelle ist und letztendlich dafür auch Rechenschaft übernehmen muss.

Ja nach Ihrer Unternehmensgröße sollten Sie überlegen, was die effizienteste und beste Lösung ist, das Verfahrensverzeichnis für Sie zu erstellen und zu pflegen. Bei kleineren Unternehmen oder Einzelunternehmen spreche ich direkt mit dem Geschäftsführer bzw. Inhaber und wir erstellen in einem kleinen Frage-Antwort Interview das Verfahrensverzeichnis. Anschließend übergebe ich die Dokumentation dann in die Hände der verantwortlichen Stelle.

Was gehört alles in ein Verfahrensverzeichnis?

Der Inhalt definiert sich aus Artikel 30 der Datenschutzgrundverordnung. Hier ist zusammenfassend aufgelistet, welche Informationen enthalten sein müssen.

  1. Name und Kontakt des Verantwortlichen
  2. Zweck der Verarbeitung, also das WARUM.
  3. Welche Personengruppen sind betroffen und welche Daten von ihnen
  4. Wem werden diese Daten zur Verfügung gestellt (intern, extern, auch Drittländer)
  5. Beschreibung der Übermittlung an das Drittland (ist dies rechtlich abgesichert)?
  6. Vorgesehene Löschfristen der Daten (wenn möglich)
  7. allg. Beschreibung der technisch Sicherheit der Daten (wenn möglich)

Diese Informationen müssen Sie für Ihre eigenen Verarbeitungen dokumentieren. Ebenso müssen Sie aber dieselben Informationen zur Verfügung stellen, wenn Sie für Ihre Kunden zum Beispiel Daten verarbeiten. Beispiel: Sie machen intern die Lohnabrechnung für Ihre Mitarbeiter, dann ist dies ein zu dokumentierendes Verfahren. Machen Sie die Lohnbuchhaltung aber auch als Dienstleister für Ihre Kunden, dann müssen Sie das ebenfalls dokumentieren. Dann sind Sie in der Fachsprache als Auftragsverarbeiter tätig.

 

Gibt es „Standardverfahren“?

Standardverfahren würde ich es nicht unbedingt nennen, aber auf jeden Fall gibt es Verfahren, die regelmäßig und so gut wie in jedem Unternehmen vorkommen. Was fällt darunter?

Haben Sie Mitarbeiter? Dann haben Sie natürlich immer alle Prozesse rund um die Mitarbeiterverwaltung: Bewerbungen, Lohnabrechnung, PC-Zugänge und so weiter. Aber auch ohne Mitarbeiter gibt es immer wiederkehrende Verfahren. Denken Sie nur an die Internetpräsenz. E-Mail Marketing über Newsletter, Analyse des Besucherverhaltens Ihrer Webseite um nur zwei Verfahren zu nennen.

 

Datenschutz Verfahrensverzeichnis nach DSGVO
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Wie sieht ein Muster eines Verfahrensverzeichnisses aus?

Natürlich können Sie sich auch dafür eine spezielle Software kaufen. Aber in vielen Fällen wäre damit mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Ich empfehle Ihnen eine einfach Excel Liste die folgende Spalten enthält:

  • Name des Verfahren
  • Als Auftragsverarbeiter (j / n)
  • Datum der Erfassung
  • Name des Verantwortlichen
  • E-mail des Verantwortlichen
  • Telefonnummer des Verantwortlichen
  • Beschreibung der Verarbeitung / Zweck
  • Betroffene Personengruppen
  • Betroffene Daten
  • Empfänger der Daten
  • Empfänger der Daten in einem Drittland
  • Beschreibung der Absicherung der Datenübermittlung in das Drittland
  • Löschfrist
  • Beschreibung der IT-Sicherheit der Daten
  • Beschreibung der physikalischen Sicherheit der Daten

Natürlich können Sie diese Excel Liste um beliebige Spalten ergänzen. Das ist meine Empfehlung nach Artikel 30 ein Verfahrensverzeichnis einfach und kompakt zu erstellen. Mit diesen Feldern haben Sie auch relativ wenig Aufwand, die Verfahren zu beschreiben.

 

Hier finden Sie eine Vorlage als PDF, die Sie gerne übernehmen können.

Datenschutz Verfahrensverzeichnis nach DSGVO

Verfahrensverzeichnis Muster DSGVO Vorlage

 

Vor-ausgefülltes Verfahrensverzeichnis

Übrigens, ein vor-ausgefülltes Verfahrensverzeichnis mit über 20 Verfahren für Online- und Kleinunternehmer finden Sie in meinen Onlinekurs.

 

Vorgehensweise zur Befüllung

Je nach Unternehmensgröße befüllen Sie das Verfahrensverzeichnis entweder allein oder gemeinsam mit Kollegen. In größeren Unternehmen ist es die Aufgabe des Datenschutzbeauftragten, sich darum zu kümmern. Für meine Kunden bevorzuge ich die Erstellung des Verfahrensverzeichnisses im Rahmen von Interviews. In Gesprächen mit den Abteilungsleitern der Unternehmen hinterfrage ich ihre Prozesse auf die Verarbeitung personenbezogener Daten. Relativ oft kommt man an die Stelle, dass im Verfahren eine dritte Partei als externer Auftragsverarbeiter eingebunden ist. Diese Information ist wertvoll für die Erstellung der Verträge zur Auftragsdatenverarbeitung. Ergänzen Sie diese Notiz in Ihrer Dokumentation an geeigneter Stelle.

Grundsätzlich kann ich Ihnen als Vorgehensweise empfehlen, sich an den Prozessen des Unternehmens „durchzuhangeln“. Auch wenn Sie kein dokumentiertes QM-System haben, haben Sie doch Abläufe, die Sie regelmäßig ausführen. Gehen Sie diese gedanklich durch und erfassen Sie im Verfahrensverzeichnis die Verarbeitungen personenbezogener Daten.

 

Wie sind Ihre Erfahrungen?

Arbeiten Sie schon an einem Verfahrensverzeichnis? Wie haben Sie es bisher gelöst? Wo sind Ihre größten Hürden in der Praxis?

Schreiben Sie einen Kommentar!

 

Brauchen Sie Unterstützung?

Ich stehe Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Verfügung, um Ihr Verfahrensverzeichnis zu erstellen.

 

 

 

Bildquelle: Nietjuh@Pixabay

Was ändert sich bei der Informationspflicht mit der DSGVO?

Wer was wann wo und bei welcher Gelegenheit? Das klingt zunächst wie der Inhalt eines beliebigen Artikels aus einer Illustrierten im Wartezimmer. Setzt man diese Frage jedoch in Bezug zur DSGVO, steckt mehr dahinter: Mit der neuen EU Grundverordnung zum Datenschutz vervielfältigen sich die Plichten, denen Sie als Verantwortlicher gegenüber derer, deren Daten verarbeitet werden, nachkommen müssen.

 

Warum die Informationspflicht?

Ganz einfach kann man sagen, dass jeder dessen Daten erhoben, verarbeitet bzw. gespeichert werden, ein Recht darauf hat, dies zu erfahren. Oder wie es das Bundesverfassungsgericht ausdrückt, Transparenz darüber, „wer was wann und bei welcher Gelegenheit über Sie weiß.“

Darüber hinaus kann man sagen, dass es den betroffenen Personen ohne dieses Wissen nicht möglich ist, die ihnen zustehenden Rechte, wie zum Beispiel das Recht auf Vergessenwerden oder das Recht auf Berichtigung ihrer Daten, wahrzunehmen.

Was ist neu?

Die Informationspflichten derer, die Daten erheben waren bisher im Bundesdatenschutzgesetz (BSDG) und weiteren Gesetzen geregelt. Das geschieht jetzt in den Artikeln 13 und 14 der Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO und dem BSDG(neu). Insgesamt sind diese Regelungen weitreichender sind als bisher.

Während Artikel 13 die Informationspflicht bei Erhebung von personenbezogenen Daten direkt bei der betroffenen Person regelt, enthält Artikel 14 die Regelungen zur Informationspflicht, wenn die personenbezogenen Daten nicht bei der betroffenen Person erhoben wurden. Ergänzend zu den Artikeln gibt es Erwägungsgründe, welche als Grundlage für den Erlass der Verordnung gesehen werden können.

 

Ihre Pflichten nach Art. 13 DSGVO

Wenn Sie oder Ihr Unternehmen personenbezogene Daten direkt bei der betroffenen Person erheben, die Daten verarbeiten oder auch speichern, müssen Sie die Person bereits zum Zeitpunkt der Erhebung davon in Kenntnis setzen. Über welches Medium (schriftlich oder elektronisch) die Information im Online- bzw. Offlinebereich jeweils zur Verfügung gestellt werden muss oder sollte, ist derzeit noch Thema zahlreicher Diskussionen. Der Inhalt jedoch ist verbindlich und muss präzise, transparent leicht verständlich und in leicht zugänglicher Form zur Verfügung stehen. Grob zusammengefasst handelt es sich dabei um folgende Punkte:

Inhalt der Informationspflicht

  1. Name und Kontaktdaten des Verantwortlichen (ggf. auch des Vertreters)
  2. Kontaktdaten des Datenschutzbeauftragten
  3. Zweck und Rechtgrundlage der Verarbeitung
  4. Berechtigte Interessen des Verantwortlichen
  5. Konkrete Empfänger bzw. Kategorien von Empfängern
  6. Geplante Übermittlung in Drittländer oder an internationale Organisation und dortige Maßnahmen zum Schutz der Daten
  7. Konkrete Dauer der Speicherung
  8. Betroffene Personen sind über Ihre Rechte auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung der Verbreitung und Widerspruch gegen die Verarbeitung sowie Datenübertragbarkeit aufzuklären
  9. Bestehen eines Beschwerderechts bei einer Aufsichtsbehörde
  10. Information, ob die Bereitstellung der Daten gesetzlich oder vertraglich vorgeschrieben oder für einen Vertragsabschluss erforderlich ist und mögliche Folgen der Nichtbereitstellung
  11. Bestehen einer automatisierten Entscheidungsfindung einschließlich Profiling
  12. Information über eine mögliche Zweckänderung der Datenverarbeitung

Im Detail finden Sie alle notwendigen Informationen hier: https://dsgvo-gesetz.de/art-13-dsgvo/

 

Ihre Pflichten nach Art. 14 DSGVO

Auch wenn Sie oder Ihr Unternehmen personenbezogene Daten verarbeiten oder auch speichern, die Sie nicht direkt bei der betroffenen Person erhoben haben, unterliegen Sie der Informationspflicht. Die mitzuteilenden Informationen sind nahezu gleich, jedoch müssen Sie darüber hinaus Angaben zu den Quellen der Daten machen und darüber, ob diese öffentlich zugänglich sind.

Die Information muss in diesem Falle nicht sofort, sondern innerhalb einer angemessenen Frist, spätestens aber nach einem Monat oder zum Zeitpunkt der ersten Kontaktaufnahme oder Weitergabe erfolgen.

Im Detail finden Sie alle notwendigen Informationen hier: https://dsgvo-gesetz.de/art-14-dsgvo/

Finden bei Ihnen beide Artikel Anwendung, ist es üblich, den betroffenen eine kombinierte Information über die Verarbeitung und Verwendung ihrer Daten zur Verfügung zu stellen.

Was ändert sich bei der Informationspflicht mit der DSGVO?

Wie erstellen Sie die Dokumente zur Informationspflicht?

Das Gesetz fordert an anderer Stelle in Artikel 30 der DSGVO eine Übersicht aller Verfahren zur Verarbeitung personenbezogener Daten in Ihrem Unternehmen. Einen Artikel mit Muster Verfahrensverzeichnis finden Sie ebenfalls im Blog.

Mit einem fertigen Verfahrensverzeichnis haben Sie bereits eine Basis, die Sie zur Erstellung der Informationspflichten heranziehen können. Alle oben genannten Informationen können Sie daraus ermitteln. Nun brauchen Sie diese Daten nur noch in ein Dokument übertragen und Ihrer Zielgruppe zur Verfügung stellen. Am besten erstellen Sie ein Dokument pro Zielgruppe. Überlegen Sie sich, wie Sie die Unterlagen den Betroffenen vor Erfassung und Verarbeitung ihrer Daten am besten anbieten können.

 

Was heißt das für ein kleines oder mittelständisches Unternehmen?

Was bedeutet die Informationspflicht nun für Sie in der Praxis? Egal ob Sie ein fertigendes Unternehmen, einen Einzelhandel, einen Onlineshop oder einen Blog betreiben, die Informationspflicht trifft sie immer irgendwo.

Mitarbeiter

Sie verarbeiten personenbezogene Daten Ihrer Mitarbeiter zur Abwicklung der Personalführung, zur Lohnabrechnung bei Schulungen und sicher noch an einigen anderen Stellen. Alle diese Verfahren müssen in Ihrem Verfahrensverzeichnis beschrieben sein. Daraus leiten Sie nun das Informationsschreiben ab. Stellen Sie es neuen Mitarbeitern vor der Anstellung, vielleicht gleich mit dem Arbeitsvertrag zur Verfügung. Den bestehenden Mitarbeitern können Sie es nun einmalig z.B. mit der Lohnabrechnung oder über das Intranet zur Verfügung stellen (falls alle Mitarbeiter darauf Zugriff haben).

Kunden

Unterscheiden Sie, ob Ihre Kunden Endverbraucher oder Businesskunden sind. Bei Endverbrauchern haben Sie in der Regel weit mehr personenbezogene Daten, als bei Geschäftskunden. Sie haben wahrscheinlich Informationen über Anschrift, Kontodaten, Geburtstag und Familienstand, Einkaufshistorie und noch vieles mehr. Da Geschäftskunden ein Unternehmen repräsentieren sind es meistens Daten wie E-mail Adressen, Telefonnummern und Kommunikationsverläufe, die bei Ihnen trotzdem personenbezogen vorliegen. Haben Sie bereits AGBs, dann wäre es eine Option, die Informationspflicht in ähnlicher Form anzubieten.

Webseitenbesucher

Kein Unternehmen ohne Webseite. Hier können Sie bei vielen Verfahren die Informationspflicht gleich in der Datenschutzerklärung abdecken, so wie Sie es auch in unserer Datenschutzerklärung vorfinden. Wir haben unsere mit Hilfe des e-Recht24 Generators erstellt, der hier die Anforderungen für Standardverfahren auf Webseiten sehr gut umsetzt.

Trotzdem sollten Sie selber noch offenen Auges über Ihre Webseite gehen und prüfen, ob tatsächlich alle Verfahren in der Datenschutzerklärung dokumentiert sind.

Damit Sie die Anforderung leicht verständlich und leicht zugänglich erfüllen, verweisen Sie sicherheitshalber an jeder Stelle an der Daten eingegeben werden auf Ihre Datenschutzerklärung.

 

Sind Ausnahmen von der Informationspflicht möglich?

Eine Ausnahme für Artikel 13 ist nur dann zulässig, wenn nachweislich alle Informationen der betroffenen Person bereits vorliegen. In der Praxis dürfte das schwer zu prüfen sein.

Für Artikel 14 gilt: Ist die Information der betroffenen Person unmöglich oder unverhältnismäßig aufwendig, kann darauf verzichtet werden. Das gleiche gilt für Fälle in denen die Erhebung oder Übermittlung gesetzlich vorgeschrieben ist oder eine Geheimhaltungspflicht in Form einer Satzung oder eines Berufsgeheimnisses besteht.

Was passiert bei Verstößen gegen die Informationspflicht?

Da der europäische Gesetzgeber den Schutz personenbezogener Daten sowie die Gewährleistung einer fairen und transparenten Datenverarbeitung als absolut elementar ansieht, drohen bei Verstößen hohe Bußgelder. Der Rahmen dafür liegt bei bis zu 20.000.000 EUR oder 4% des Jahresumsatzes.

Diese Zahlen schrecken erst mal ab. Wo sich die Schwelle einpendeln wird, ist noch ungewiss. Sicher ist auf jeden Fall, dass die Bußgelder „wirksam“ sein müssen.

 

Fazit

Die neuen Gesetze sind sehr umfangreich und gehen über das bisher Erforderliche weit hinaus. Beginnen Sie als Verantwortlicher deshalb frühzeitig mit der Umsetzung. Verbindlicher Stichtag für die Gültigkeit der neuen Informationspflichten ist der 25. Mai 2018.

 

Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Hilfe bei der Umsetzung? Dann schreiben Sie einen Kommentar oder melden sich direkt bei uns. Wir freuen uns auf Sie und stehen Ihnen mit kompetenter Hilfe zur Verfügung.

 

Bildquelle:  rawpixel@pixabay

Wer braucht einen Datenschutzbeauftragten?

Datenschutzbeauftragter DSGVO und BDSG (neu)

Wie in vielen anderen Punkten auch, herrscht in Sachen Datenschutzbeauftragter GSDVO in den Unternehmen Unklarheit. Braucht ihr Unternehmen mit der neuen EU Datenschutzgrundverordnung nun (noch?) einen Datenschutzbeauftragten (DSB)?

Grundsätzlich sind zur Beantwortung dieser Frage zwei Gesetzestexte heranzuziehen. Zum Einen die DSGVO und zum Anderen das neue Bundesdatenschutzgesetz. Die DSGVO bietet beim Datenschutzbeauftragten die Möglichkeit einer nationalen Öffnungsklausel, welche in Deutschland umgesetzt wurde.

Letztendlich kann man sagen, es wird in Deutschland relativ ähnlich bleiben, wie vorher auch. Trotzdem liegt der Unterschied im Detail. Nachfolgend eine detailliertere Ausführung, wann ein DSB benötigt wird.

Übrigens, wenn hier von Datenschutzbeauftragter DSGVO und BDSG (neu) gesprochen wird, dann impliziert das immer die männliche und weibliche Form!

Wann muss ein Datenschutzbeauftragter benannt werden?

Im Folgenden werden die Voraussetzungen nach DSGVO und BDSG (neu) aufgelistet. Für Sie als Unternehmen in Deutschland sind beide relevant. Das heißt, wenn eine der Vorbedingungen auf Sie zutrifft, egal aus welchem Gesetz, benötigen Sie einen DSB.

Datenschutzbeauftragter DSGVO

Artikel 37 GSDVO regelt die Anforderungen, wann ein DSB benannt werden muss. Es wird an dieser Stelle nicht von „Bestellung“ gesprochen, nur „Benennung“.

Artikel 37 listet folgende Punkte auf zur Benennung eines Datenschutzbeauftragten:

  • öffentliche Stellen (Ausnahme Gerichte)
  • wenn Sie im Rahmen ihres Kerngeschäfts Verarbeitungen durchführen, welche umfangreiche regelmäßige und systematische Überwachung von betroffenen Personen erforderlich macht
  • wenn Ihre Kerntätigkeit in der umfangreichen Verarbeitung von Daten besonderer Kategorien besteht (gemäß Artikel 9 und 10), darunter fallen Daten zur:
    • rassische und ethnische Herkunft
    • politische Meinungen
    • religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen
    • Gewerkschaftszugehörigkeit
  • und die Verarbeitung
    • genetischer und biometrischer Daten zur eindeutigen Identifizierung einer natürlichen Person
    • Gesundheitsdaten
    • Daten zum Sexualleben oder der sexuellen Orientierung einer natürlichen Person
  • Treffen diese Punkte bei Ihnen zu, dann lesen Sie unbedingt Artikel 9 im Gesamten, da die obige Liste nur eine Zusammenfassung der detaillierten Gesetzestexte darstellt.

Datenschutzbeauftragter BDSG (neu)

§38 des BDSG (neu) ergänzt den Artikel 37 – Datenschutzbeauftragter DSGVO, folgendermaßen:

  • wenn mindestens 10 Personen ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten zu tun haben

Dieser Punkt ist nach wie vor der Hauptgrund für viele Unternehmen, einen DSB zu beauftragen. Große Unternehmen mit IT Abteilung, Personalabteilung haben relativ schnell diese Grenze erreicht!

Unabhängig von dieser 10 Personen Regelung wird ein DSB benötigt, wenn Ihr Unternehmen personenbezogene Daten:

  • verarbeitet, die einer Datenschutz-Folgeabschätzung unterliegen
  • für Zwecke der Markt- oder Meinungsforschung übermitteln (personenbezogen oder anonymisiert)

Wer darf die Aufgabe des Datenschutzbeauftragten übernehmen und wie sieht diese aus?

  • Artikel 37 Absatz 5 regelt, dass der Benannte DSB auf Grund seiner beruflichen Qualifikation und des Fachwissens auf diesem Gebiet benannt werden muss. Es muss also das fachliche Know How gewährleistet werden. Zudem muss er die in Artikel 39 genannten Anforderungen bewerten und erfüllen können. §7 des BDSG (neu) deckt sich weitgehend mit diesen Inhalten.

Aufgaben des DSB nach Artikel 39 DSGVO, §7 BDSG (neu)

  • Beratung des Unternehmens, welche gesetzlichen Pflichten des Datenschutzes umzusetzen sind
  • Überwachung der Einhaltung dieser Pflichten, sowie der Strategie zum Schutz der personenbezogenen Daten
  • Sensibilisieren der Mitarbeiter, die personenbezogene Daten verarbeiten
  • Beratung bei der Datenschutz-Folgeabschätzung und Überwachung der Durchführung (Artikel 35 DSGVO)
  • Zusammenarbeit mit der Aufsichtsbehörde und Kontaktperson für diese
  • Unterstützung bei der Risikobewertung der Verarbeitungsvorgänge

Interner oder externer Datenschutzbeauftragter DSGVO und BDSG (neu)

  • Diese Frage stellt sich für ein Unternehmen natürlich immer. Beides hat natürlich seine Berechtigung. Was ich hier zum Thema interner oder externer DSB schreibe, basiert natürlich rein auf meiner persönlichen Meinung und Erfahrung.

Wann ist ein interner Datenschutzbeauftragter sinnvoll?

  • Wenn Sie bereits eine Person im Haus haben, die das Thema fachlich vom bestehenden Know How mit zusätzlichen Schulungen stemmen kann. IT Background sollte vorhanden sein.
  • Wenn die Person tatsächlich genügend Ressourcen für die Ausübung dieser zusätzlichen Tätigkeit bekommt und das nicht „noch zusätzlich mitmachen“ soll.
  • Wenn ihr Unternehmen aufgrund der Anzahl der Mitarbeiter oder Ihrer Prozesse viel Abstimmung und Rückfragen des DSB’s benötigt.

Wann ist ein externer Datenschutz besser geeignet?

  • Wenn Sie nicht extra eine Person für den Datenschutz ausbilden, regelmäßig weiterbilden wollen und auch die Ressourcen und Kapazitäten dafür nicht haben.
  • Wenn Sie im Tagesgeschäft nicht viele Anfragen zum Thema Datenschutz erwarten.
  • Wenn Sie auf das Know How eines Externen zugreifen möchte, der aufgrund seiner Tätigkeit als DSB für mehrere Unternehmen viel Praxiserfahrung aufweisen kann.
  • Wenn Sie nach den gesetzlichen Anforderungen zwar einen DSB benötigen, aber aufgrund der Unternehmensgröße diesen intern nicht abbilden können.

Beide Varianten haben Ihren Vor- und Nachteil, das ist natürlich klar. Sind Sie nicht sicher, wie Sie sich entscheiden sollen? Ich freue mich über Ihren Kommentar.